Vor 100 Jahren

Nordlichterscheinung

Das am Dienstag, 9. März 1926, zwischen 20:30 und 21:30 Uhr wahrnehmbare Nordlicht wurde in einer ganzen Reihe von Orten unseres Landes beobachtet. In unserer Gegend wurde die  Feuerröte in nordöstlicher Richtung gesichtet, weshalb die Feuerwehren von Steyr, Sierning und Sierninghofen alarmiert wurden. Diese kehrten aber bald wieder zurück, da man zur Erkenntnis gekommen ist, dass es sich um eine Himmelserscheinung des großartigen Nordlichtes handelt.

 

Kaminbrand

Gegen Mittag des 11. März 1926, wurde der freiwilligend städtischen Feuerwehr ein Brand beim Spediteur Flenkenthaler in der Kompaßgasse avisiert. Der I. Löschzug rückte mit der Autospritze unter dem Kommando des Brandmeisters Keller dorthin aus. Glücklicherweise handelte es sich nur um einen ganz ungefährlichen Kaminbrand. Nach halbstündiger Tätigkeit konnte die Wehr wieder einrücken. Am Brandplatz erschien auch der Oberkommandant-Stellvertreter, Kommerzialrat Rudolf Sommerhuber.

Quelle: Linzer Tagespost v. 13.3.1926 (S. 6)

 

Ehrung eines verdienstvollen Feuerwehrkameraden

Die freiwillige städtische Feuerwehr Steyr hatte die seltene Gelegenheit einen alten, verdienstvollen Feuerwehrkameraden zu ehren und veranstaltete aus diesem Grunde am Samstag, den 9. Oktober 1926, einen Ehrenabend für den Kameraden Karl Lutzenberger.

Es wird wohl wenige Feuerwehren geben, die einen Kameraden in ihrer Mitte haben, der, obwohl schon 82 Jahre alt, seinen Dienst noch immer versehen hat. Kamerad Lutzenberger trat am 15. Mai 1868 der freiwilligen – damals Turnerfeuerwehr – bei und wurde bereits im Jahre 1870 zum Zeugstättenwart ernannt, welchen Dienst er bis zum heutigen Tage versah. Als solcher wurde er durch seine stete Hilfsbereitschaft ein Vorbild für alle Kameraden.

Kamerad Lutzenberger hat nicht weniger als 200 Brände mitgemacht, darunter den großen Turmbrand der Stadtpfarrkirche im Jahre 1876, den Fabriksbrand des Objektes 9 der ÖWG und noch viele andere. Aber nicht nur bei Bränden zeichnete sich Kamerad Lutzenberger seine vorbildliche Dienstleistung aus, sondern beteiligte sich auch bei den großen Überschwemmungskatastrophen in den Jahren 1897 und 1899. Während seiner über ein Menschenalter dauernden Dienstzeit hatte Lutzenberger unter acht Oberkommandanten der freiw. städt. Feuerwehr – die im Jahre 1864 gegründet wurde – gedient und wurde mit den Ehrenmedaillen für 15-, 25-, 40- und 50-jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Außerdem erhielt er im Laufe seiner langen Dienstzeit von der Landesregierung, dem Landesfeuerwehrverband und der Stadtgemeinde Steyr Ehrenurkunden. 

In Anbetracht seiner großen Verdienste, die er sich um die Feuerwehr erworben hatte, wurde ihm ein Ehrengeschenk von S 100,- in Gold überreicht. Vom Bürgermeister der Stadt Steyr wurde ihm im Namen der Stadtgemeinde, sowie der gesamten Bevölkerung Steyrs, der Dank ausgesprochen.

Trotz seines hohen Alters ist er noch immer ein Feuerwehrmann, der unserer Sache mit großem Eifer ergeben ist, der Wehr stets in dankbarer Erinnerung bleiben wird und den übrigen Kameraden ein nachahmenswertes Vorbild ist.

Quelle: OÖ. FW. Mitteilungen 5/1926 (S. 13, 14)

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Ennsleite: Brandeinsatz auf der Ennsleite: Dramatische Menschenrettung in den Nachtstunden In der Nacht auf den 3. Mai wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Steyr unsanft aus dem Schlaf gerissen. Um 02:15 Uhr schrillten die Pager: Gemeldeter Wohnungsbrand im Stadtteil Ennsleite. Bereits bei der Anfahrtv der ersten Fahrzeuge war die Ernsthaftigkeit der Lage durch die weithin sichtbare Rauchsäule und den Feuerschein erkennbar. Lage beim Eintreffen: „Personen an Fenstern“ Beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs bot sich den Einsatzkräften eine kritische Lage. Eine Wohnung im Erdgeschoss stand bereits in Vollbrand, Flammen schlugen aus dem Fenster. Besonders dramatisch: Da das Treppenhaus bereits massiv verraucht war, saßen mehrere Bewohner in den darüberliegenden Stockwerken fest. Sie standen an den Fenstern und riefen um Hilfe – der Fluchtweg war ihnen bereits vollständig abgeschnitten. Unverzüglich wurde ein umfassender Rettungsangriff gestartet. Während mehrere Atemschutztrupps der Löschzüge 1, 4 und 5 zur Menschenrettung ins Gebäude vordrangen, wurde im Außenbereich die Teleskopmastbühne (TMB) in Stellung gebracht. In einer koordinierten Aktion konnten insgesamt 15 Personen gerettet werden: Ein Teil wurde mittels Fluchtfiltermasken sicher durch das verrauchte Stiegenhaus ins Freie geführt. Parallel dazu erfolgte die Evakuierung mehrerer Personen über die TMB direkt von den Fensterbrüstungen. Der Mieter der Brandwohnung konnte sich noch vor Eintreffen der Feuerwehr eigenständig ins Freie retten. Er wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades erstversorgt und anschließend mit dem Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus geflogen. Die restlichen 14 Bewohner wurden am Sammelplatz vom Roten Kreuz und dem Kriseninterventionsteam in Empfang genommen und betreut. Der eigentliche Brandherd in der Küche konnte durch einen gezielten Innenangriff unter schwerem Atemschutz rasch unter Kontrolle gebracht werden, wodurch ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile verhindert wurde. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde das Objekt mittels Hochleistungslüftern druckbelüftet und mit der Wärmebildkamera auf verbliebene Glutnester kontrolliert. Die Brandursache ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar und wird von der Polizei ermittelt. Die Freiwillige Feuerwehr Steyr stand mit den Löschzügen 1, 4, 5 sowie dem Technischen Zug und zahlreichen Fahrzeugen für ca. 2 Stunden im Einsatz. Ein großer Dank gilt allen eingesetzten Kräften für die professionelle Zusammenarbeit, durch die in dieser Nacht Schlimmeres verhindert werden konnte.
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