Geschichte Löschzug 4 Christkindl

Das Depot 1 der Feuerwehr Unterhimmel-Christkindl-Rosenegg.


Bereits im Oktober 1883 wurde die „Freiwillige Feuerwehr Unterhimmel, Christkindl und Ro­sen­­egg“ von 38 selbstlosen Männern (mehrheitlich Arbeiter der Fa. Franz Werndl) gegrün­det. Die Wehr wurde von der Fa. Werndl mit einem Depot in Unter­himmel samt einer Feuer­­­­spritze und sons­ti­gen Geräten ausgestattet. Berater bei der Gründung war das lang­jäh­rige ver­dienst­­volle Mit­glied der Stadtfeuerwehr Steyr Herr Oberförster Kajetan Jonasch, Ver­wal­­­ter der Graf Lam­bergschen Realitäten in Unterhimmel. Erster Kommandant war Herr Wil­helm Weilharter, Techniker der Fa. Werndl. Vom Beginn an waren die Männer bemüht, durch verschiedene Aktivitäten, wie Tanzkränzchen, Konzerte, Preiskegeln oder Bogen­­schie­ßen, die finanziellen Mittel zur Ver­voll­stän­digung der nötigen Ausrüstung zu beschaffen. So­gar eine rege und so­zial eingestellte Dilettanten-Theatergruppe rekrutierte sich aus den Rei­hen der Feuerwehr, die außer zu Gunsten des Feuerwehrfonds z.B. auch für die Familien der bei­den beim Brand des Werndlschen Walzwerkes 1887 tödlich verunglückten Männer spielte. Trotz einer sehr wechselvollen Geschichte mit den Ereignissen zweier Weltkriege und einer politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen Zwischenkriegszeit (1919 – 1938), in der in unserer Wehr die politischen Gegensätze zwischen der Arbeiterschaft in Unterhimmel und der Bauernschaft von Christkindl von den jeweiligen Kommandanten gefühlvoll gemeistert werden mussten, entwickelte sich das begonnne Werk, manchmal zwar langsam, aber stetig.

1885 erhielt die Wehr die alte, ohne Saugwerk ausge­stattete Garstner Gemeindespritze, die 1887 und 1892 modernisiert und in Christkindl im Depot II eingestellt wurde.


1893 wird erstmals eine „Feuerwehrcorpsmusik“ unter der Leitung des Kapell­meisters Josef Hampl erwähnt.

 


1904 übergab die Fa. Werndl eine weitere Abprotzspritze an die Feuerwehr. Der Standplatz dieser Spritze in Unterhimmel wurde mit Depot III bezeichnet.1905 wurde das in Christkindl neu erbaute Depot II seiner Bestimmung übergeben.In den Kriegsjahren 1914 – 1918 wurde die Mannschaft durch Einrückung zum Kriegsdienst stark reduziert. Um in den folgenden wirtschaftlich sehr schlechten Jahren Aus­rückungen zu Hilfe­leis­tungen durch Lohnausfälle nicht zu gefährden, wurde 1921 bei der Jahres­haupt­ver­sammlung die Land­be­­völkerung zum Beitritt geworben und es traten geich 35 Männer, auch aus den Ortschaften Schwaming, Tinsting und Pergern, der Feuerwehr bei. Im Mai 1921 wur­de eine eigene Ret­tungs- und Sanitätskolonne gegründet und von der Steyrer Rettungs­gesell­schaft ein Rettungs­karren angekauft. Im Oktober 1921 erfolgte in weiser poli­tischer Voraus­sicht die Teilung der Feuerwehr in zwei Löschzüge. Zug 1 umfasste die beiden Depots in Unter­himmel und Zug 2 das Depot in Christkindl.1923 wurde am 4. und 5. August das 40-Jahr-Jubiläum festlich begangen.1924 wurde eine Löschmaschine für den neu gegründeten Löschzug 3 Schwaming angekauft und1927 die Zeugstätte IV in Schwaming errichtet.1929 erfolgte der Ankauf einer neuen Rosenbauer Motorspritze für den LZ Christkindl.

Das Hochwasser in Steyr vom 13. bis 15. September 1899.

Mit 1. Jänner 1939 wurde durch Gebietsabtretungen der Gemeinde Garsten an die Stadt Steyr der Löschzug Christkindl der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Steyr als „Löschzug IV“ einverleibt. Der Löschzug Christkindl war damals mit einer Rosenbauer Motorspritze, Bau­jahr 1929, aufgebaut auf einem Pferdewagen, ausgerüstet.1940 erhielt der Löschzug einen modernen, einachsigen Luftschutz­anhänger, der mit einer Tragkraftspritze „TS 8“ und Schläuchen und Geräten bestens ausgestattet war. Zum Transport war jedoch ein Zugfahrzeug nötig.Die während des 2. Weltkrieges 1939 – 1945 durch Einberufungen zum Kriegsdienst stark redu­zierte Mannschaft (10 – 12 Mann) musste bei den vielen Flieger­alarmen gemeinsam mit der kleinen Schar des Löschzuges I und deren Einsatzfahrzeug in Christkindl Bereit­schafts­dienst versehen, um bei Bombenangriffen einsatzbereit zu sein. Um den Mannschaftsstand den Anforderungen etwas anzupassen, wurden mit 1. Juli 1942 mehrere Männer von Christ­kindl vom Steyrer Bürgermeister zur Feuerwehr dienstverpflichtet. Nach den Bomben­angrif­fen auf Steyr 1944/45 hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Wie nach dem 1. Welt­­krieg kamen auch nach dem 2. Weltkrieg viele Kameraden nicht mehr in die Heimat zurück.Nach dem grauenhaften Völkermorden war der Mannschaftsstand sehr klein. Mit dem Beitritt von 4 Kameraden 1951 wurde ein Stand von 20 aktiven Mitgliedern erreicht. Bis 1968 bewegte sich der Aktivstand zwischen 20 u. 22 Mann. Vie­le Männer wollten ja vorerst von Uniform und Disziplin nichts wissen. Außerdem war die Aus­rüstung des Zuges wenig attraktiv. Schon 1945 wurde ein „auto­mobiles Lösch­­gerät“ für den Löschzug Christkindl beantragt. Doch konnte dieser Wunsch erst 1948 mit einem aus Restbeständen der deutschen Wehr­macht stammenden und zu einem Mann­schafts- und Rüst­wagen umgebauten LKW, „Steyr-A-Typ“, realisiert werden. Dieses Fahrzeug wurde mit der Tragkraftspritze „TS 8“ und den übrigen Geräten des Luft­schutz­­anhängers, sowie mit einer Schiebeleiter ausgerüstet und 1955 zusätzlich mit einer Vorbaupumpe ausgestattet1968 konnten 5 Jungmänner für die Feuerwehr ge­wor­ben werden und damit wurde erstmals ein Stand von 26 Aktiven und 3 Reservisten erreicht. 1970 erklärten 3 weitere Kameraden ihren Beitritt zur Feuerwehr.Seit 1955 nimmt eine Bewerbsgruppe an Bewerben teil.1970 begannen unsere jungen Kame­ra­­den mit einer regen Gruppenübungstätigkeit und einer sehr erfolg­reichen Teil­nahme an vie­len Abschnitts-, Bezirks- und Landes-Feuerwehrleistungs­bewerben. Schon beim OÖ. Landes­feuerwehr-Leistungsbewerb 1971 wurde im Bewerb Bronze, ein Silberrang (2. Rang) erreicht. 1972 wurde die Gruppe beim Landesbe­werb Vizelandes­sieger. 1973 wurde ein Silberrang (2. Rang) und 1974 ein Goldrang (1. Rang) erreicht.1966 erhielt der Zug ein neues Mannschaftsfahrzeug „Fiat 1100“, 1973 eine neue Tragkraft­spritze „Automatic 75 W“ und 1974 eine Garnitur schwere Atem­schutz­geräte.1977 wurde der Baugrund für den Neubau des Feuerwehrhauses angekauft und mit dem Bau begonnen. Bereits am 6. Juni 1978 wurde in das neue Feuer­wehr­haus übersiedelt und dieses am 27. Mai 1979 nach der festlichen Floriani­messe gesegnet. Gleichzeitig wurde ein zweites KFL „Ford Transit“ in den Dienst gestellt.Im März 1982 wurde mit der Übernahme des „ULF Steyr 586“ vom Löschzug II unserem Zug ein Universal-Tank-Löschfahrzeug zur Verfügung gestellt.Vom 2. – 4. September 1983 wurde das 100-jährige Bestandsjubiläum unserer Feuerwehr würdig gefeiert, und der Zugs­kom­mandant HBI Finner konnte mit Autobussen angereiste Feuer­wehren wie die aus Landsberg/Lech (BRD), die aus Steindorf am Ossiachersee (Kärnten) oder die aus Pöllau (Oststeiermark) begrüßen.1985 wurde OBI Werner Mitterschiffthaler im Bewerb um das „Goldene Feuerwehr-Leistungs­­­abzeichen“ von 171 Teilnehmern Erster und somit Landessieger. Beim Bewerb um das „Goldene FLA“ sind sehr viele Kameraden unsere Zuges unter den Top-Ten zu finden. Auch bei den Funkleistungsbewerben sind unsere Kameraden sehr erfolgreich.1987 erfolgte die Ausüstung mit Personenrufgeräten der Marke „Florian 2000“.

 

1938 wurde durch den Anschluss Österreichs an das „Großdeutsche Reich" die Freiwillige Feuer­wehr Unterhimmel, 

Christkindl und Rosenegg mit ihren 3 Löschzügen auf­ge­löst und die Löschzüge Christkindl und Schwaming der Gemeindefeuerwehr Garsten ein­ge­gliedert. Der eigentliche Stammzug Unterhimmel wurde gänzlich aufgelöst.



Am 5. Mai 1990 wurde dem Zug ein neues Tanklöschfahrzeug „TLFA 2000", aufgebaut auf einem „Steyr 13 S 23 4x4 Fahrgestell", übergeben.
1994 erhielt der Zug ein neues, bestens ausgestattetes Löschfahrzeug „Steyr LFB-A2“.

Da sich auch weiterhin viele junge Männer freudig in den Dienst der Feuerwehr stellen und wie alle Kameraden viel Zeit und Urlaubstage für ihre Ausbildung opfern, verfügt der Zug über eine bestens ausgebildete und voll motivierte Mannschaft und mit den zwei bestens ausgestatteten Einsatzfahrzeugen auch über die modernsten Geräte.

Jedes Jahr veranstaltet der „Ballonclub Allgäu“ anfangs Dezember die traditionelle Ballon­fahrt mit dem Nikolaus, ein richtiges Volks- und Kinderfest. Ebenfalls finden im Dezember die Christkindler Winterwandertage des IVV statt. Bei diesen Veranstaltungen werden von der Feuerwehr neben anderen Schmankerln aus der Region auch die „Echten Christ­kindler Bauernkrapfen“, eine wahre Spezialität, angeboten. Da Christkindl auch eine herrliche Barockkirche und zwei sehenswerte Krippen (Großkrippe und mechanische Krippe) besitzt und im Dezember auch das weltbekannte „Sonderpostamt Christkindl“ ihre Pforten geöffnet hat, wird ein Besuch von Christkindl zu einem Erlebnis.

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