Wasserrettungsübung mit Feuerwehr und Rotem Kreuz
Feuerwehr Steyr – Wasserzug und Rotes Kreuz Steyr-Stadt probten gemeinsam den Ernstfall am Rohrsteg Münichholz.
STEYR, 19. Mai 2026. Was passiert, wenn zwei Jugendliche an einem Steg in der Enns verunglücken – eine Person verletzt liegen bleibt, die andere ins Wasser stürzt und abtreibt? Genau dieses Szenario stellten sich die Einsatzkräfte des Wasserzugs der Feuerwehr Steyr und des Roten Kreuzes Steyr-Stadt letzte Woche Dienstag am Rohrsteg Münichholz.
Die gemeinsame Übung begann für das Rote Kreuz rund zehn Minuten vor der offiziellen Alarmierung der Feuerwehr um 18:42 Uhr – eine bewusste Entscheidung, um realistische Einsatzbedingungen zu simulieren. Gleichzeitig klinkte sich die Drohne der FF Steyr vom Parkplatz des Theaters am Fluss ins Szenario ein und verschaffte den Einsatzkräften rasch einen Überblick aus der Luft.
Erste Person rasch gerettet
Bereits um 18:47 Uhr wurde die erste verletzte Person am Stegfundament lokalisiert. Notarzt- und Rettungswagen-Besatzung begaben sich gemeinsam auf das Arbeitsboot der Freiwilligen Feuerwehr Steyr und übernahmen die medizinische Erstversorgung direkt vor Ort. Flussabwärts bereitete sich eine weitere Einheit an einer Slipstelle auf die Patientenübernahme vor. Ein Notarzthubschrauber – in der Übung fiktiv auf einer nahen Wiese gelandet – übernahm schließlich den Schwerverletzten für den Abtransport.
Suche auf der Enns-Insel
Parallel dazu suchten Bootsmannschaften den Fluss und die Uferbereiche nach der zweiten vermissten Person ab. Diese hatte sich nach dem Sturz ins Wasser auf eine Insel in der Flussmitte gerettet, war dort jedoch hinter einem Baumstamm zum Liegen gekommen – vom Ufer aus unsichtbar. Drohne und Fußtrupp arbeiteten zusammen: Zuerst erspähte die Drohne die Person, ein Trupp der Zille bestätigte den Fund gegen 19:15 Uhr. Nach der Versorgung und Sedierung durch die Notärztin folgte der Abtransport.
Zusammenarbeit als Kernthema
Die Übung zeigte die Bedeutung einer reibungslosen Kommunikation zwischen den beiden Organisationen. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Einsatzleitungen von Feuerwehr und Rotem Kreuz von Beginn an in direktem Kontakt stehen müssen. Beide Organisationen zeigten sich mit dem Verlauf zufrieden und kündigten an, die gewonnenen Erkenntnisse in künftige Ausbildungen einfließen zu lassen.