Geschichte Löschzug 1 Innere Stadt

Wie schon aus der Bezeichnung der Löschzüge (Löschzug 1 – Innere Stadt) der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Steyr hervorgeht, wurden die Löschzüge aufgrund ihrer Gründung bzw. Eingemeindung fortlaufend nummeriert.

1864

Gründung der Freiwilligen Turnerfeuerwehr in Steyr, mit Ihrem Depot im Kreisgerichtsgebäude (heute Hartlauer Passage) am Stadtplatz. 

Ihre erste öffentliche Übung fand unter dem Kommando des Kommandanten Dr. J. Reinhart und dem Rottenführer Leopold Haller am 22.November 1864 mit 21 Mann beim Rathaus statt.

Das erste Feuerwehr – Depot der Freiwilligen Turnerfeuerwehr Steyr , Depot des „ I .Trains „ am Stadtplatz .

1865

Am 5. Jänner entschied sich der Turnrat, am 15. Februar für die Bestellung einer Abprotzspritze bei Karl Metz in Heidelberg.

1876

In der Nacht vom 08. auf 09. Jänner brannte der 70 Meter hohe Stadtpfarrturm. Der erfolgreichste und bedeutendste Einsatz seit dem Bestand der Freiwilligen Turnerfeuerwehr wurde durch die enorme Kälte von -17° erschwert.

1889

Anlässlich des 25-jährigen Gründungsfestes wurde der 20. Oberösterreichische Feuerwehrtag in der Bürgerschule (Promenade) abgehalten. 

1869

Unser hochverehrter Mitbürger Josef Werndl hatte im abgelaufenen und im laufenden Jahre Fl. 3000.- zur Beschaffung von Feuerwehrgeräten gespendet, damit konnte das Inventar ausgiebig erweitert werden und war es nun dringender denn je, auch den Mannschaftsstand, der sich wieder bedeutend verringert hatte, zu heben um der Feuerwehr eine bessere Organisation zu geben. Am 8. November erließen der Herr Bürgermeister Josef Pöltl und der Turnrat einen eindringlichen Aufruf an die Bewohner Steyrs, der so erfolgreich war, dass binnen kurzer Zeit über 50 neue Mitglieder der Turner-Feuerwehr beitraten. In diesem Jahre war, durch den Ministerialerlass vom 21. Juli 1869 den Feuerwehren das Führen von Signalhörnern bewilligt worden.

1897

Kritische Tage brachten unserer Stadt der 30. und 31. Juli 1897. Schon um 07:00 Uhr machte das fortwährende Steigen der Enns und Steyr die Hilfeleistung der Freiwilligen Feuerwehr nötig Der Löschzug 1wird zu den bedrohten Bereichen Schönau, Reichenschwall, Ort und besonders auf die Fabrikinsel entsendet.

1902

Mit 01. Dezember erfolgte die Übergabe der elektrischen Alarmierungsanlage, doch wird vorläufig das Feuersignal auch durch Anschlagen der Glocken durch die Türmer beibehalten. 

1913

Bei einem Großfeuer am 01. Mai in der Waffenfabrik (Objekt IX) wurden unser Feuerwehrmänner auf eine harte Probe gestellt. Unterstützt wurden unsere Kameraden von den Feuerwehren Garsten, Unterhimmel, Gleink und St. Ulrich sowie der Mannschaft der hiesigen Garnison.

1921

Der Löschzug 1 erhält das erste Automobil – Feuerwehrgerät in der Feuerwehr Steyr. Aufgebaut wurde das Fahrzeug von der Firma Lohner-Rosenbauer. Laut Rosenbauer Produktionsbuch mit der Fabrikationsnummer 441, 1 Stk. Automobilspritze für die Freiwillige Feuerwehr in Steyr auf Fiat – Turiner. Auslieferung an die Feuerwehr am 03. Juni 1921. Sie war bis 1938 beim Löschzug 1 im Einsatz. 

1929

Anschaffung einer Auto Drehleiter, wozu der Magistrat ein Steyr Schnelllastwagen Type III Fahrgestell beistellte. Die neue Auto Drehleiter ,die erste in Oberösterreich mit dreiteiliger drehbarer aufgebauter 18 Meter Leiter, wurde von der Firma Flir in Wien aufgebaut. Dazu ausgerüstet mit einer tragbaren Benzinmotorspritze und einer fahrbaren Schlauchhaspel mit 120 Meter Schlauch.

1934

Die Löschzüge 1 und 2 wurden bei den Unruhen um den 12. Februar 1934 zu strengen Bereitschaftsdiensten eingeteilt. Am 13. Februar 1934 vormittags wurde unsere Wehr alarmiert. Ein Artilleriegeschoss war im Bahnhofsgebäude krepiert. Obwohl allen Kameraden bekannt war, dass die Zufahrtstraßen zum Bahnhof stark beschossen würden, sammelten sich dennoch die Kameraden fast vollzählig in ihren Zeugstätten. Der diensthabende 2. Zug fuhr mit 2 Geräten unverzüglich zum Bahnhof, das Geschoss hatte keinen Brand verursacht. Es unterblieb daher auch die Ausfahrt des 1. Zuges. Leider hatte der 2. Löschzug dennoch einen Schwerverletzten zu beklagen. 

1955

Eine Funkfixstation wurde für die Dienststelle Sierningerstraße angekauft. Im Hause Promenade 19 wurde für den Löschzug 1 die Möglichkeit geschaffen, ein drittes Feuerwehrfahrzeug einzustellen.

1962

Am 06. November Großbrand bei der Firma Födermayr in der Neubaustraße 17, Klingelalarm für die Löschzüge 1 und 2, noch während der Anfahrt wurde aufgrund des Brandes um 21:48 Uhr Sirenen Großalarm für Steyr ausgelöst .

Daraufhin sind noch die Löschzüge 3 Gleink und 5 Münichholz sowie die FF Garsten zum Einsatz gekommen. Für eventuelle weitere Einsätze im Stadtgebiet wurden der Löschzug 4 Christkindl die Betriebsfeuerwehr der Steyr Daimler Puch AG und die FF St. Ulrich in ihren Zeugstätten über Ersuchen der Dienststelle in Alarmbereitschaft belassen.

Besondere Umsicht bei diesem Einsatz bewiesen der Kommandant des LZ 1 Hauptbrandmeister Karl Mayr der Fahrer des Tankwagen OLM Gottfried Wallergraber, sowie FM Heinz Mayr. Als sie als erstes Fahrzeug an der Einsatzstelle ankamen, hörten sie aus dem ersten Stock Hilferufe, sofort wurde eine Steckleiter in Stellung gebracht und Heinz Mayr stieg hinauf und konnte den durch Rauch schon ziemlich benommenen Herrn Födermayr retten. 

1963

In Linz fand am 13. und 14. Juli der 1. Oberösterreichische Landesfeuerwehrwettbewerb statt. Die bewährte Gruppe aus Steyr qualifizierte sich für den 2. Internationalen Feuerwehrwettkampf in Mühlhausen Frankreich, welche in der Zeit von 02. - 08. September stattfanden. Bei diesem Bewerb konnte eine Goldmedaille errungen werde. Kameraden des Löschzuges 1 sind auch bei dieser Gruppe mit dabei.

 

Abb. Gruppe Mühlhausen

v.l. Gottfried Halbritter , Walter Hasenleithner , Josef Ecker, Heinz Mayr, Eduard Lessacher, Ferdinand Stecher, Richard Weikerstorfer, Alfred Mitterhauser, Helmut Halbritter, Erwin Hasenleithner,

vorne : BFK Erwin Hasenleithner sen., Vizebürgermeister Hochmayr , LFK. Hartl 

1970

am 01. April wurden die Löschzüge I und II zu einem Brand im Möbelhaus Braunsberger alarmiert. Eine traurige Nachricht erreichte uns am 19.September, Kamerad BI Hans Maurer ist tot .Er war nicht nur als Adjutant des Bezirksfeuerwehrkommandanten, sondern auch als Mann der ersten Stunde in der Dienststelle unserer Feuerwehr, als auch durch seine Gedichte, die in den verschiedensten ö. Feuerwehrzeitungen abgedruckt wurden, über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

1973

Am 30. Juni fand die 1. FF- Autorallye mit Start beim Gasthaus Roithner in Gleink statt. Der Organisator, Kam. Heinz Mayr sen. , konnte von allen Löschzügen und BtF. Mannschaften begrüßen. 

1982

Nach längerer Krankheit verstarb am 11. Juli im 38. Lebensjahr Zugskommandant Hauptbrandinspektor Karl Migschitz. Er war seit dem 17. April 1963 beim Löschzug 1 und von 1973 bis zu seinem Tode dessen Kommandant. Er war bei allen Kameraden der fünf Löschzüge und darüber hinaus gleichermaßen geschätzt, auch als Mitglied der Internationalen Wettkampfgruppe war er sehr erfolgreich.

1985

Ein schweres Unwetter ging am späten Abend des 16. Juli über ganz OÖ nieder. Sämtliche Löschzüge waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. 

1988

Am 26. Juli Spatenstich und 26. November feierliche Übergabe des neuen Feuerwehrhauses des LZ I Innere Stadt in der Schiffmeistergasse 6. 

1998

Hauptbrandinspektor Helmut Bergmayr ist tot. Er starb am 17. Oktober im 52. Lebensjahr bei einer Wanderung an Herzversagen. Bergmayr war seit 1980 beim Löschzug I und seit April des Jahres als deren Kommandant. „Helmut war ein engagierter, hilfsbereiter und überaus liebenswerter Kamerad“

1999

Ein besonderes Geschenk machte Frau Renate Hartlauer der Feuerwehr ihrer Stadt Steyr, Sie stiftete eine wertvolle Feuerwehrfahne. Am 29.Mai wurde das Prunkstück im Rahmen der Siegerehrung des 12. BR. Fritz Mörtenhuber – Gedächtnis Nassbewerbes vor dem Feuerwehrhaus des Löschzuges 1 (Inner Stadt) gesegnet.


Frau Renate Hartlauer bei der Fahnenübergabe an Bezirksfeuerwehrkommandanten Rudolf Schrottenholzer.

 

 

 

 

 

 

 

 

2002

Am 12.August überrollte das ärgste Hochwasser seit mehr als hundert Jahren die Stadt Steyr. Waren in den Morgenstunden noch Einheiten damit beschäftigt, sich für einen Hochwassereinsatz im Gebiet von Mauthausen zu rüsten, wurden diese 

Einsatzvorbereitungen abgebrochen. Die Altstadt war von der Umwelt völlig abgeschnitten, da sämtliche Brücken und Stege gesperrt wurden.

2003

OÖ Feuerwehreinheit im Erdbebeneinsatz. Die 15 Mann starke oö. Feuerwehreinheit folgte dem internationalen Hilfeansuchen Algeriens und zwar vom 23. bis 26. Mai. Mit dabei war auch der Kommandant des Löschzuges I Werner Franchi. Am Einsatzort angekommen, konnten sie noch am selben Tag die Vorarbeiten (Ortung) für die erfolgreiche Rettung eines zwölfjährigen Mädchens aus den Trümmern durch polnische Kameraden vorbereiten.  

 

 

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