Hausleiten: Großbrand bei Entsorgungsunternehmen
Am Samstag, 18. Juli 2026, wurde der Löschzug 3 (Gleink) der Freiwilligen Feuerwehr Steyr um 12:34 Uhr durch eine automatische Brandmeldeanlage zu einem Entsorgungsbetrieb alarmiert.
 
Drei Minuten nach der Alarmierung rückte das laut Ausrückeordnung vorgesehene erste Tanklöschfahrzeug mit fünf Einsatzkräften aus. Die Besatzung bestand aus Einsatzleiter, Maschinist und einem vollständig ausgerüsteten Atemschutztrupp. Zunächst wurde von einem routinemäßigen Brandmeldealarm ausgegangen.
 
Bereits nach rund einer Minute Fahrzeit bemerkte die Mannschaft eine leichte Rauchentwicklung im Bereich des Einsatzortes. Daraufhin wurde per Funk ein bestätigter Brand gemeldet. Der Atemschutztrupp bereitete sich während der Anfahrt auf den Einsatz vor.
 
Wenige Minuten später war eine dichte schwarze Rauchsäule sichtbar. Der Löschzug 5 (Münichholz) sowie das Atemschutzfahrzeug des Technischen Zuges wurden nachalarmiert. Aufgrund zahlreicher Notrufe löste die Landeswarnzentrale Alarmstufe 2 aus. Um 12:41 Uhr wurden alle Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Steyr alarmiert.
 
Das erste Einsatzfahrzeug traf um 12:43 Uhr am Betrieb ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Lagerhalle mit mehreren hundert Kubikmetern zwischengelagertem Abfall bereits stark verraucht. Der Westwind trug den Rauch über die Enns bis nach Ramingdorf-Haidershofen in Niederösterreich. Da dort ein Brand vermutet wurde, alarmierte die niederösterreichische Landeswarnzentrale zusätzlich die Freiwillige Feuerwehr Wachtberg, die den Einsatz anschließend unterstützte.
 
Der erste Atemschutztrupp errichtete unter schwerem Atemschutz eine rund 140 Meter lange Zubringerleitung. Anschließend begann ein erster Löschangriff über das östliche Hallentor. Nach einer neuerlichen Lagebeurteilung wurde entschieden, den Schwerpunkt zunächst auf den Schutz der angrenzenden Gebäude zu legen.
 
In weiterer Folge übernahm Brandrat Ari Hahn als erster Stellvertreter des Bezirksfeuerwehrkommandanten die Einsatzleitung. Ein Tanklöschfahrzeug wurde auf die Gebäuderückseite verlegt, um dort eine Riegelstellung aufzubauen.
 
Von der Bezirksverwaltungsbehörde wurde die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gleichzeitig wurde die Drohne Steyr zur Lageerkundung aus der Luft alarmiert.
 
Die Löschwasserversorgung erfolgte zunächst über einen Hydranten. Zusätzlich wurden zwei 50 Kubikmeter fassende Löschwasserbehälter genutzt. Später richteten die Einsatzkräfte eine weitere Wasserentnahmestelle an der Enns ein. Über eine mehr als einen Kilometer lange Zubringerleitung wurde zusätzliches Löschwasser bereitgestellt.
 
Nach einer weiteren Lagebeurteilung wurde beschlossen, insgesamt vier Wasserwerfer an strategisch ausgewählten Standorten zu Positionieren. Um den Einsatzschwerpunkt von der Sicherung benachbarter Gebäude zur gezielten Brandbekämpfung zu verlagern.
 
Der Betreiber des Entsorgungsbetriebes informierte die Einsatzleitung über die Bauweise der Halle. Aufgrund der Situation wurde entschieden, das Gebäude erst nach einer Beurteilung durch einen Statiker zu betreten.
 
Bis dahin wurden eine Teleskopmastbühne und eine Drehleiter in Stellung gebracht. Über die Hallenlüftungsöffnungen brachten deren Wasserwerfer große Mengen Löschwasser in das Gebäude ein. Zwei weitere oszillierende Wasserwerfer wurden vor den Hallentoren eingesetzt. Dadurch konnte ein umfassender Löschangriff auf die brennenden Mülllager erfolgen.
 
Die Arbeiten unter schwerem Atemschutz sowie die hohen Außentemperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit stellten eine erhebliche Belastung für die Einsatzkräfte dar. Mehrere Teams des Roten Kreuzes Steyr standen zur medizinischen Absicherung bereit. Ein Feuerwehrmitglied musste wegen Kreislaufproblemen versorgt werden. Kühlpads unterstützten die Atemschutztrupps bei den Einsätzen.
 
Bereits während der Löscharbeiten begann die Kriminalpolizei mit den Ermittlungen zur Brandursache. Weitere Polizeikräfte führten umfangreiche Absperrmaßnahmen durch.
 
Da sämtliche Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Steyr im Einsatz gebunden waren, stellte die Freiwillige Feuerwehr Wachtberg währenddessen die Einsatzbereitschaft für das Stadtgebiet sicher.
 
Nach rund vier Stunden zeigte der massive Löschwassereinsatz Wirkung. Gegen 16:30 Uhr konnte ein Großteil der Flammen gelöscht werden.
 
Gemeinsam mit einem Statiker wurde die Halle mithilfe der Drohne untersucht. Dabei zeigte sich, dass das laufende Kühlen der Stahlkonstruktion größere Verformungen verhindert hatte. Das Gebäude konnte anschließend für die Nachlöscharbeiten freigegeben werden.
 
Unter der Leitung von Abschnittsbrandinspektor Manuel Brunner wurde ein eigener Einsatzabschnitt eingerichtet. Drei Atemschutztrupps arbeiteten gemeinsam mit einem Betriebsangehörigen, der einen Bagger bediente. Bis etwa 19:00 Uhr wurden die Müllberge auseinandergezogen und verbliebene Glutnester abgelöscht.
 
Zur Unterstützung wurde der Großraumlüfter der Betriebsfeuerwehr BMW Motoren Ges.m.b.H. nachalarmiert. Außerdem wurde dem Löschwasser Schaummittel als Netzmittel beigemischt. Insgesamt kamen rund 400 Liter Schaummittel zum Einsatz.
 
Um 19:00 Uhr konnte schließlich „Brand aus“ gemeldet werden. Mit Ausnahme eines Tanklöschfahrzeuges konnten alle übrigen Kräfte einrücken. Die Brandwache wurde gemeinsam mit Mitarbeitern des Betriebes bis Sonntag, 19. Juli 2026, um 06:30 Uhr im Schichtbetrieb durchgeführt.
 
Während der Nacht mussten wiederholt kleinere Glutnester gelöscht werden. Aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit des überwiegend vorhandenen Kunststoffabfalls gestaltete sich das Auffinden verbliebener Brandherde besonders aufwendig.
 
Am Sonntagmorgen konnten schließlich auch die letzten Kräfte des Löschzuges 3 (Gleink) wieder in das Feuerwehrhaus einrücken.

Die Freiwillige Feuerwehr möchte Ihren besonderen Dank für die Unterstützung aussprechen an die Mitglieder der BTF BMW Motoren Ges.m.b.H., der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg, der Bezirksverwaltungsbehörde Steyr, sowie allen vor Ort eingesetzten Kräfte der Polizei Steyr und des Roten Kreuzes Steyr.
 
Einsatzbilanz
  • Freiwillige Feuerwehr Steyr: 106 Mitglieder
  • Freiwillige Feuerwehr Wachtberg: 9 Mitglieder
  • Betriebsfeuerwehr BMW Motoren Ges.m.b.H.: 2 Mitglieder
  • Einsatzfahrzeuge: 20
  • Drohne: DJI M30T
  • Einsatzstunden inklusive Nachbereitung: 1.167,11 Stunden
20068
20075
20083
20074
20076
20072
20073
20071
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